Treffen von Breslau hat negativen Einfluss auf die Börsen

Die Diskussion um die Zukunft Griechenlands ist mit dem Zusammentreffen der Finanzminister der Euroländer in der vergangenen Woche in Breslau kein Stück weiter gekommen. Noch immer ist man sich alles andere als sicher, ob einem weiteren finanziellen Zuschuss für das Land zugestimmt werden soll. Dabei wird die Zeit langsam knapp. Wenn Athen es nicht schafft, bis Mitte Oktober genug einzusparen, beziehungsweise keine Hilfe von außen kommt, dann sieht es schlecht aus. In einem solchen Falle droht dem Land die Pleite. Dass ein solches Szenario sich weltweit schlecht auf Märkte, Finanzen und die Wirtschaft auswirken würde, ist kein Geheimnis. Doch die übrigen Länder des Euroraums scheinen vordergründig darüber verärgert zu sein, dass die Regierung in Athen es einfach nicht schafft, genug zu sparen, um der Situation selbst ein wenig zu helfen.

Auch die Börsen weltweit leiden unter der Situation, die gerade in Europa herrscht. In den USA sähe man es gerne, dass den Griechen direkt durch ein weiteres Rettungspaket geholfen wird. Die Angst ist groß, dass auch die amerikanische Börse weitere Kursstürze zu erleiden hat, nicht nur, wenn Griechenland wirklich Bankrott geht, sondern auch jetzt schon, da die Anleger zutiefst verunsichert sind. Auch der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner war am vergangenen Freitag bei den Debatten in Breslau mit von der Partie. Seine Forderung nach einer weiteren Rettungsmaßnahme wurde jedoch forsch zurück gewiesen. Jürg Zeltner, CEO beim UBS Wealth Management hatte schon zu Beginn des Jahres eine Aussage gemacht, die nun auf das heutige Szenario passt wie die Faust aufs Auge: „Weltweit werden 2011 Regierungen und Zentralbanken weit reichende politische und wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Die werden auch für andere Länder zu spüren sein. Und daraus können internationale Währungs- und Handelskonflikte entstehen.“

Schon Montagmorgen reagierten die Börsen in Asien empfindlich auf das ergebnislose Finanzministertreffen der vergangenen Woche. Die Anleger sind unruhig. Für weitere Unsicherheiten sorgte unter anderem, dass der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou seinen USA Besuch absagte. Der MSCI Index für asiatische Aktien außerhalb von Japan fiel um zwei Prozent, der Hang Seng in Hongkong um 2,3 Prozent. Nun erwartet man gespannt das Treffen der amerikanischen Notenbank Fed, das am Dienstag und Mittwoch stattfindet und bei dem sich heraus stellen wird, ob die US Wirtschaft mit einer weiteren Konjunkturspritze belebt wird.


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