Mögliche Fusion der Deutschen Börse mit der Nyse

Die Fusion der Deutschen Börse mit der New York Stock Exchange steht in Aussicht. Nun versucht die Deutsche Börse, ihre Aktionäre für diese Idee mit einer Sonderdividende zu gewinnen. Dies hat jedoch nicht die gewünschte Begeisterung ausgelöst.

Ziel ist es, eine solche Sonderausschüttung dafür zu nutzen, die Aktionäre dazu zu bringen, den bevorstehenden Zusammenschluss gutzuheißen. Analysten sahen nur Positives in dieser Entscheidung. Die Deutsche Börse könne sich eine solche Ausschüttung durchaus leisten, so die Landesbank Baden-Württemberg. Auch die Händler waren nicht überrascht über einen solchen Schritt.

Die Aktie der Deutschen Börse hielt sich immerhin besser als der DAX und notierte 0,3 Prozent im Minus bei 53, 34 Euro. Der DAX war um über ein Prozent abgesackt, ein Resultat der schwächelnden US-Wirtschaft und der Schuldenkrise in Europa. Die Nyse Aktie beendete am Dienstag mit einem Abschlag von 0,7 Prozent an der Wall Street. Laut Jürg Zeltner, CEO des UBS Wealth Management, haben Aktien in Anbetracht einer expansiven Geldpolitik Potenzial und überstünden in der Regel die Inflationsrisiken besser als die meisten anderen Anlagen. Sie seien außerdem derzeit günstig bewertet.

Die Deutsche Börse plant, am Ende des Jahres mit der New York Stock Exchange zu fusionieren. Dabei spielt die Meinung der Investoren beider Börsen eine große Rolle, denn der Zusammenschluss hängt unter anderem davon ab, dass die Nyse Investoren bei einer Versammlung Anfang Juli mit mindestens 50 Prozent für die Fusion stimmen müssen. Eine weitere Bedingung ist ein bis Mitte Juli geltendes Übernahmegebot des Übernahmevehikels Alpha Beta Netherlands Holding an die Aktionäre der Deutschen Börse. Dabei sollen mindestens 75 Prozent der deutschen Papiere für den Tausch in Aktien des neuen Konzerns eingesammelt werden. Die Fusion hängt also stark von der Meinung der Aktionäre ab. Sollten die Bedingungen nicht erfüllt werden, würde ein Zusammenschluss der Börsen nicht stattfinden können. Desweiteren könnten auch die Wettbewerbshüter einen Zusammenschluss vereiteln.

Die Regulierungsbehörden gelten in Expertenkreisen als das größte Risiko für die geplante Fusion. Zumindest konnte durch die amerikanischen Wettbewerbshüter verhindert werden, dass die Rivalen Nasdaq, OMX und ICE die Nyse Aktionäre auf ihre Seite ziehen. Sie hatten dies mit einem höheren Gebot versucht, waren aber daran gescheitert, dass ein Zusammenschluss der US Konzerne von den Behörden nicht gutgeheißen wurde.  

Autor: Bastian Weber


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