Aktien aus Schwellenländern weniger attraktiv

Aktien aus Schwellenländern waren in den letzten Monaten eine beliebte Anlagemöglichkeit. „Vor allem Aktien aus Schwellenländern wie Indien und Brasilien“ seien zu favorisieren, so Jürg Zeltner, CEO des Wealth Management der UBS.

Obwohl Schwellenländer-Aktien monatelang eine beliebte Anlagemöglichkeit waren, die verbreitet genutzt wurde, so nehmen seit den Unruhen in mehreren arabischen Ländern doch viele Anleger ihr Geld wieder aus Ländern heraus, die zwar Schwellenländer sind, mit der arabischen Welt jedoch nichts zu tun haben. Dies sei darauf zurückzuführen, dass viele Investoren zwar gerne in Schwellenländer investiert hätten, im Grunde aber gar nicht genug über diese wissen.

Besonders die sogenannten Next-Eleven-Staaten, Länder die als heimliche Wachstumskandidaten gelten, lagen in letzter Zeit mit ihren Papieren bei den Anlegern im Trend. Unter ihnen Mexiko, Ägypten oder die Türkei. Hier setzt leider folgendes Phänomen ein: wenn die Anleger nur auf eines dieser elf Länder negativ reagieren, müssen auch alle anderen darunter leiden.

Experten glauben jedoch, dass die Unruhen in der arabischen Welt kein alleiniger Auslöser dafür waren, dass das Geld aus den Aktienmärkten der Schwellenländer abgezogen wird. Vielmehr sei die Angst vor einer Inflation ausschlaggebend für diesen Prozess. Die Exporte der betroffenen Länder seien zurückgegangen . Desweiteren hätten steigende Lebensmittelpreise zur Preisinflation beigetragen.

Dies scheint unter anderem daran zu liegen, dass die Notenbank der USA seit der Finanzkrise massiv Geld in die Märkte gepumpt hat, was dazu führte, dass mittlerweile auch mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln spekuliert wurde. Robert Halver von der Baader Bank kritisiert, dass Amerika die Inflationierung munter habe weiter laufen lassen, während man sich in anderen Ländern wie Brasilien, Indonesien, Indien und auch China mit dem Problem beschäftigt hätte und die Zinsen anhob. Da nun die Zinsen in den Schwellenländern aber vergleichsweise hoch waren, wirkte sich dies negativ auf ihre Aktienmärkte aus. Es führt dazu, dass die Anleger die niedrigen Zinsen der Industriestaaten nutzen, wo auch Konjunkturprogramme die Märkte wieder attraktiv machen.

Nichtsdestotrotz sieht die Lage auf den Märkten der Schwellenländer nicht ganz so übel aus wie beispielsweise 1997 während der Asienkrise, als durch den Verfall des thailändischen Bath eine Währungs- und Wirtschaftskrise zuerst Asien, dann Russland und schließlich die Länder Lateinamerikas bis kurz vor den Bankrott brachte. Dies sei heute nicht der Fall, da die Länder über Devisenreserven und eine bessere Struktur in den externen Schulden und ihrer fiskalischen Lage verfügen.

Autor: Bastian Weber


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