Grund zum Feiern bei der UBS: Die Schweizer Großbank kann sich über starke Quartalszahlen freuen. Vor allem aus den Schwellenländern kommen neue Gelder. Die UBS-Aktie stieg zeitweise um 6 Prozent.

Die Schweizer waren einer der großen Verlierer der Finanzkrise. Nach einem Steuerstreit mit den USA zogen enttäuschte und verängstigte Kunden nach der Krise Gelder in Milliardenhöhe ab. Doch es ist der Bank gelungen, ihr angekratztes Image abzuschütteln und das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Zwar steigerten die Schweizer den Konzerngewinn im Vergleich zum Vorquartal von 1,6 Milliarden auf 1,8 Milliarden Franken nur leicht und mussten verglichen mit dem Vorjahrsquartal (2,2 Milliarden Franken) sogar einen Verlust hinnehmen, doch Grund zur Freude hat man dennoch.

Erstmals seit der Finanzkrise kann man wieder einen Nettoneuzufluss an Kundengeldern verbuchen und sammelte zudem mehr Geld ein als in jedem Quartal seit 2007 – ein wichtiges Signal dafür, dass sich der von der Krise gebeutelte Gigant wieder erholt hat. Allein im Kerngeschäft des Wealth Management konnte man in den ersten drei Monaten des Jahres einen Nettoneugeldzufluss von rund elf Milliarden Franken vermelden, insgesamt waren es über 22 Mrd. Franken (17,4 Mrd. Euro) – dreimal so viel wie im Vorquartal. Vor allem aus asiatischen Schwellenländern und der Schweiz kam im ersten Quartal viel neues Geld.

Eine wichtige Entwicklung, denn mehr als 30 Prozent des Ergebnisses des Instituts hängen von der Vermögensverwaltung ab. Mit dem positiven Ergebnis übertraf das zweitgrößte Finanzinstitut der Schweiz nicht nur die Einschätzungen der Analysten – sie hatten lediglich mit knapp vier Milliarden Franken gerechnet – sondern überraschte auch Konzernchef Oswald Grübel positiv: „Ganz speziell freut mich die Zunahme der Nettoneugelder, was zeigt, dass uns die Kunden wieder ihr Vertrauen schenken“, betonte dieser am Dienstag nach der Veröffentlichung der Zahlen.

Nicht verwunderlich, dass nach Bekanntgabe der Quartalszahlen am Dienstagmorgen der Aktienkurs der UBS-Titel an der Börse in Zürich in die Höhe schoss. Bereits zu Handelsbeginn stand der Titel mit einem Plus von rund fünf Prozent bei 17,50 Franken, im Laufe des Tages legte die Aktie zeitweise um 6 Prozent zu und stand vormittags bei 17,58 Franken – damit liegt sie praktisch auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr. Erste Analystenkommentare prognostizieren, dass die UBS auch in nächster Zukunft weiter zulegen soll.

Diesen Aufwärtstrend will man bei der UBS auch im zweiten Quartal weiter fortsetzen. Besonders im asiatisch-pazifischen Raum erwartet man 2011 einen großen Zuwachs: „Bereits 20 Prozent der von uns verwalteten Vermögen stammen aus dieser Region, und es ist unser Ziel, dort mehr als doppelt so schnell zu wachsen wie der Gesamtmarkt“, erklärt Jürg Zeltner, CEO des UBS Wealth Management.


Schreibe einen Kommentar