Hauptsache physisch!

Investitionen in Edelmetalle sind derzeit sowohl bei Privatpersonen als auch bei institutionellen Anlegern sehr beliebt. Sie werden vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheit an den Finanzmärkten als „sicherer Hafen“ geschätzt. Aber wie investiert man am besten in Gold, Silber und Co.? Wer diese Frage dem GoldMoney-Gründer James Turk und „Silberjunge“ Thorsten Schulte stellt, erhält eine eindeutige Antwort: „Anleger sollten Edelmetalle immer physisch erwerben, um 100%iger Eigentümer zu sein und frei über das Investment verfügen zu können.“

Obwohl die Experten unterschiedliche Edelmetall-Präferenzen haben, stimmen beide in der Einschätzung überein, dass die Währungssysteme weltweit durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken extrem aufgeweicht werden. Zur Absicherung der Kaufkraft raten die Edelmetall-Experten daher, etwa 10 bis 20 Prozent des Vermögens in physische Edelmetalle zu investieren. „Gold gilt schon seit Tausenden von Jahren als Zahlungsmittel“, erläutert James Turk, „Anleger investieren daher in eine sichere Währung! Schließlich ist Gold rar und jeder Mensch weiß, dass Gold wertvoll ist.“

Hinzu kommt die Erkenntnis, dass die globale Fördermenge von jährlich rund 2.490 Tonnen, die steigende Nachfrage nach Gold nicht befriedigen kann. Würden zudem die 155.000 Tonnen Gold, die weltweit bisher jemals gefördert wurden, gestapelt, ließe sich damit ein Würfel mit einer Kantenlänge von 20 Metern bauen – ohne Einrechnung der bisher erforschten Goldvorkommen. Und die Förderung wird immer komplizierter, da die Minen tiefer in die Erde hinein getrieben werden müssen. Diese Gründe veranlassen Turk zu der Prognose, dass der Goldpreis bis 2013 auf 2.500 US-Dollar pro Feinunze klettern könnte. Fast unglaublich, denn ein Blick auf den aktuellen Kurs zeigt den Goldpreis momentan bei 1.431 US-Dollar.

Silber wird im Gegensatz zu Gold nicht ausschließlich als Währungsersatz bei Investoren geschätzt. Hier fällt vielmehr die industrielle Nutzung des Rohstoffs ins Gewicht. „In jedem Auto sind etwa zwei Unzen Silber verbaut“, berichtet Thorsten Schulte, „denn Silber verfügt über die höchste Leitfähigkeit bei Metallen.“ Das Recycling dieser Mengen ist schwierig, und so wird die vorhandene Menge an Silber immer kleiner. Schulte: „Die derzeit erforschten Rohstoffvorkommen von Silber reichen bei heutigen Preisen und gegenwärtigem Stand der Technik nur noch für die Förderung in den kommenden 13 Jahren.“ Auch deswegen rechnet der „Silberjunge“ mit einem mittelfristigen Anstieg des Silberpreises auf 100 US-Dollar pro Unze bis 2012. Momentan steht Silber bei einem Kurs von rund 36 US-Dollar pro Unze und das trotz – oder gerade wegen – der weltweiten Erholung nach der Finanzkrise.

Kritiker führen regelmäßig an, dass physisch gelagerte Edelmetalle keine Zinsen bringen. „Das stimmt natürlich, allerdings erhalten Edelmetalle die Kaufkraft“, erklärt Turk. Schulte ergänzt: „Anleger profitieren zudem von der Wertsteigerung der Edelmetalle und sichern sich gegen Finanzkrisen ab.“ „Last but not least sind Edelmetalle ein sicherer Eckpfeiler jedes Portfolio“, gibt Turk zu bedenken. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die fortgesetzte expansive Geldpolitik weltweit die Inflation nach oben treiben könnte, sind demnach Edelmetalle ein sinnvolles Investment. Schließlich könne man Edelmetalle nicht wie herkömmliches Geld unendlich vermehren, erläutern die Experten. Ob der Anleger zu Gold, Silber oder alternativ zu Platin und Palladium greift, bleibt dem Geschmack und der Risikofreude des Einzelnen überlassen. Hauptaugenmerk sollte darauf gelegt werden, dass die Edelmetalle physisch gekauft und sicher gelagert werden; daheim, bei der Hausbank oder bei einem spezialisierten Anbieter für den Kauf und die Lagerung wie etwa GoldMoney.com.


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