Haben Sie auch noch ein Sparbuch bei sich zu Hause versteckt?

Haben Sie auch noch ein Sparbuch bei sich zu Hause versteckt. Ja? Dann besitzen Sie also auch noch eines der Relikte aus der Zeit vor der modernen Datenverarbeitung und des Onlinebankings.
Obwohl noch Millionen von Sparbüchern in Deutschland im Umlauf sind, ist das Sparbuch gleichzeitig ein aussterbender Dinosaurier. Bankgeschäfte werden heute zunehmend online oder telefonisch erledigt. Um mit einem echten Sparbuch seine Bankgeschäfte abzuwickeln, ist aber ein persönlicher Besuch am Bankschalter unvermeidlich. Sparkonten werden daher heute ebenfalls online geführt. Die Zinsen sind denen des körperlichen Sparbuches gleich oder möglicherweise sogar noch besser.
Denn auch die Kreditinstitute sparen mit dem online geführten Sparkonto natürlich Zeit und Ressourcen.
Auch birgt das Sparbuch ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko. Das Sparbuch ist in seiner Rechtsnatur nach wie vor ein legitimierendes Inhaberpapier. Das bedeutet, dass das Kreditinstitut an den Inhaber des Sparbuches ohne weitere Legitimationsprüfung schuld befreiend auszahlen könnte. Sofern der Kunde persönlich bekannt ist und ein Fremder versucht das Guthaben abzuheben, wird die Bank die Auszahlung natürlich verweigern. Dennoch besteht zumindest das theoretische Risiko. Dies würde sich allenfalls mit einem Kennwortschutz vermeiden lassen.
Aufwendig ist auch das erforderliche bürokratische Meldeverfahren, wenn Sie das Sparbuch einmal verlieren sollten.
Die Abwicklung von Bankgeschäften mit einem Sparbuch ist also zeitintensiv und nicht frei von Risiken. Dennoch erfüllt das Sparbuch zumindest noch einen pädagogischen Effekt. Kinder und Jugendliche lernen aus der Kombination von Sparschwein und Sparbuch noch heute spielerisch das Sparen. Dennoch ist das Sparbuch heute nicht mehr zeitgemäß und wird über kurz oder lang aus dem Alltag zunehmend verschwinden.

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